Sie sind hier:  Historie
Historie

Historie

Der "Hirschen" ist eine der ältesten und schönsten Wirtschaften der Stadt Bad Waldsee. Der Name entstammt vermutlich dem mittelalterlichen Vorgängerbau: Im Mittelalter wurden als Namen für Wirtschaften stets Symbole aus dem religiösen Bereich gewählt. Der Hirsch ist eines der Symbole auf dem Weg des Kirchganges.
Das Gebäude in seiner heutigen Form ist allerdings nicht so alt.

Übrigens:
Es heißt tatsächlich grammatikalisch korrekt: "Zum Hirschen" und nicht "Zum Hirsch" - auch wenn diese Form im Sprachgebrauch seit dem 20. Jahrhundert als veraltet gilt!

Erste Quellen

Das Verzeichnis des Denkmalamts datiert den Hirschen in das 18. Jahrhundert. Das erste Brandrezessbuch (= Feuerversicherung) von 1808 nennt einen Sebastian Fimpel als Hirschwirt, nach weiteren Eigentümern ist 1889 das fürstliche Haus Waldburg-Wolfegg-Waldsee genannt.

Eine frühere Datierung nennt das ausführliche Brandrezessbuch von 1912: Es geht bei dem Gebäude von einem Alter von 240 Jahren aus, entsprechend wäre der Neubau bereits um ca. 1672, also im späten 17. Jahrhundert, erfolgt.

Die Architektur

Neben der konventionellen Fachwerkkonstruktion zeigt die Fassade für die Bauzeit übliche Dekorationsteile: So sieht man z. B. in allen Stockwerken Andreaskreuze eingearbeitet - ein magisches Bannzeichen gegen Feuer.

Das Gebäude in seiner heutigen Ansicht fällt vor allem aufgrund seiner roten Farbgebung ins Auge. Die in der Renovierung verwendete Farbe "Ochsenblutrot" (ein besonders kräftiges Rot) bezieht sich auf den historischen Befund und die in der Barockzeit gängige Farbverwendung. Allerdings wurden bei der letzten Renovierung auch die Fensterläden und Speichertüren rot gefasst. Auf alten Abbildungen aus der Zeit der fürstlichen Besitzer sind diese noch in den fürstlichen Hausfarben schwarz/gelb gehalten. Wäre man dieser Konvention weiter gefolgt, hätten sie später in den Stadtfarben schwarz/weiß gestrichen werden müssen, da die Stadt inzwischen Besitzer ist.